Spezielle Notation für die Gitarre

Die Gitarre wird im Violinenschlüssel notiert, klingt aber eine Oktave tiefer als notiert. Zur Verdeutlichung dieses Umstandes wird manchmal ein oktavierter Violinenschlüssel verwendet.

Die Saiten werden jedoch benannt, wie sie klingen, also vom e1 für die höchste Saite bis zum E für die tiefste Saite.
Der tiefste Ton ist das E (notiert: e), der höchste Ton ist abhängig von der Bundzahl. Bei einer E-Gitarre mit 24 Bunden z.B. ist der höchste Ton dann 24 Halbtöne über der höchsten Saite, also e1 + 24 Halbtöne (=2 Oktaven) = e3.

Fingersatz linke Hand

Der Gitarrist im manchmal im Zweifel, welchen seiner Finger er zum Greifen einer bestimmten Note benutzen soll. Um keinen Knoten in den Fingern zu verursachen, versehen freundliche Verleger ihre Noten mit Fingersätzen zur Hilfestellung. Während in Anfängerbüchern die Fingersätze flächendeckend vorhanden sind, findet man in anspruchsvolleren Noten den empfohlenen Fingersatz nur dort, wo Zweifel aufkommen, wie die Stelle am besten zu meistern ist.

Die Finger der linken Hand werden durchnumeriert, beginnend jedoch erst beim Zeigefinger (anders als beim Klavier!), da der Daumen normalerweise nicht zum Greifen genutzt wird.

Fingersatz für die linke Hand:
0 = leere Saite (nichts greifen)
1 = Zeigefinger
2 = Mittelfinger
3 = Ringfinger
4 = kleiner Finger

Die Zahlen werden direkt neben oder über die Noten geschrieben.

Fingersatz rechte Hand

Da man auch bei der rechten Hand mehrere Finger zur Auswahl hat (natürlich nur, wenn man nicht mit Plektrum spielt!), braucht man ein alternative Bezeichnung für die Fingersätze der rechten Hand. Hier herrscht leider keine Einigkeit, das gebräuchlichste Schema ist das pima-Modell benannt nach den spanischen Namen für die Finger:
p = Daumen (pulgar)
i = Zeigefinder (indice)
m = Mittelfinger (media)
a = Ringfinger (anular)

Der Fingersatz für die rechte Hand wird unter oder über die Notenzeilen geschrieben.:

In deutschen Gitarrenschulen findet man stattdessen manchmal die deutschen Anfangsbuchstaben (D für Daumen, Z für Zeigefinger, M für Mittelfinger und R für Ringfinger).

Das dritte anzutreffende System sind ein + für dein Daumen, und Punkte für die Finger (1 für Zeigefinger, 2 für Mittelfinger, 3 für Ringfinger).
Sowohl die Variante, die Punkte nebeneinander zu schreiben, als auch die Notation der Pünktchen übereinander wird sehr schnell unübersichtlich, wie folgendes simple Beispiel zeigt:
  

Souverän dagegen das pima-Modell:

Lage

Die Gitarre gehört zu den wenigen Instrumenten, wo es mehrere Möglichkeiten für die Erzeugung eines bestimmten Tones gibt. Z.B. kann man das f2 im 1. Bund der E-Saite spielen, aber auch auf der H-Saite im 6. Bund, auf der G-Saite im 10. Bund oder sogar im 15. Bund der D-Saite.

In welchem Bund man das f2 nun spielt, hängt vor allem von den Tönen davor und danach ab. Folgen danach z.B. a2 und h2 (5. und 7. Bund der hohen E-Saite) ist es günstig, das f2 im 6. Bund der H-Saite zu spielen, damit man mit der Hand nicht hin- und herspringen muß. Spielt man danach (oder davor) jedoch a1 und h1 (2. Bund G-Saite und Leersaite), ist es günstiger, das f2 im ersten Bund zu spielen.

Anfänger auf der Gitarre beginnen mit dem Spiel in der 1. Lage, d.h. daß nur die Töne der ersten vier Bünde genutzt werden. Die Finger können alle Töne in den ersten vier Bünden erreichen, ohne daß die Hand auf dem Hals hin- und herrutschen muß. Für alle Töne, die höher sind als das gis2 (4. Bund hohe E-Saite), ist ein "Lagenwechsel", also ein Spiel in den höheren Lagen erforderlich.

Zur Lagenbezeichnung wird angenommen, daß sich die vier Spielfinger auf vier nebeneinanderliegenden Bünden befinden. Der Bund, in dem sich dann der Zeigefinger befinden würde, gibt die Lage an. Spielt man z.B. mit dem Ringfinger im 7. Bund, spielt man in der V. Lage, auch wenn der Zeigefinger vielleicht aktuell gar nicht genutzt wird. Die Lagen werden mit römischen Ziffern bezeichnet und gelegentlich als Hilfestellung über die Noten geschrieben.


Hier greift der Zeigefinger ein Barreé im 5. Bund, man spielt also in der V. Lage.


Hier wird die erste Note - das g1 - nicht als Leersaite gegriffen, sondern mit dem kleinen Finger im 5. Bund der D-Saite, man spielt also in der II. Lage.
Während der Leersaite im zweiten Takt (das d1) hat man Zeit, wieder in die erste Lage zurückzukehren.

Eine andere Hilfestellung für das Finden des richtigen Bundes ist die Angabe der Saite, auf welcher der Ton zu spielen ist. Hierfür werden die Saiten von der höchsten zur tiefsten durchnumeriert und die entsprechende Nummer mit einem Kreis versehen.


Wie im obigen Beispiel wird die erste Note im fünften Bund auf der vierten Saite - der D-Saite - gespielt.

Eine Zahl über der Note könnte also die Lagebezeichnung sein, die Saitenzahl oder auch der Fingersatz. Die Angabe des Bundes, in dem man den Ton findet, ist es jedoch nie! Ein guter Gitarrist weiß schließlich, wo die Töne auf der Gitarre sind...;-)

Griffnotation

Die Gitarre ist ein klassisches Begleitinstrument und spielt deshalb viel häufiger Harmonien als einzelne Melodien. Ob man dann die Saiten einzeln nacheinander anschlägt ("Picking"), mit den Händen vor sich hinschrummelt oder mit dem Plektrum rumschrabbt, gegriffen werden immer gleichzeitig mehrere Töne, die zusammen einen Akkord bilden. Dafür gibt es auch Griffbilder, die zeigen, in welchen Bünden auf welchen Saiten man welche Töne für einen Akkord gleichzeitig greifen muß.

Die Gitarrengriffbilder stellen die Vogelperspektive auf den Gitarrenhals dar.
Es gelten folgende Regeln:
  • die hohe e1-Saite ist oben
  • der Sattel ist links
  • bei Griffen, die in höheren Lagen zu spielen sind, wird der Sattel nicht mehr abgebildet, sondern mit den üblichen rhömischen Ziffern die Lage gekennzeichnet
  • Saiten, die nicht angeschlagen werden dürfen, sind links mit einem x gekennzeichnet
  • bei Saiten, die als Leersaiten mitklingen, steht links oft eine kleine 0 als Hinweis
  • Zahlen in den Punkten geben den Fingersatz für die linke Hand an

    Bei obigen Beispiel wird also mit dem Zeigefinger im 1. Bund der h-Saite gegriffen, mit dem Mittelfinger im 2. Bund der D-Saite und der Ringfinger soll den 3. Bund der A-Saite greifen. Nun ergeben alle Saiten Töne, die zum C-Dur-Akkord gehören, und können gemeinsam oder nacheinander angeschlagen werden.

    Übung weiter

    Seite erstellt: 04.12.2008, letzte Änderung: 24.12.2009

    Kopie von Musikzeit (www.musikzeit.de), Version vom 24.12.2009